gender<ed> thoughts Jg. 1/2026 - Queering Minoritarian In_Visibilities in Art and Visual Culture Renegotiated. Sonderausgabe 2. Herausgegeben von Friederike Nastold in Zusammenarbeit mit Oliver Klaassen
Sichtbarkeit, Unsichtbarkeit und politische Handlungsfähigkeit haben sich in der jüngeren Vergangenheit zu einer festen Triade entwickelt. Meine langjährige Komplizin in Wissenschaft und Kunst, Thari Jungen, und ich haben im Sommer 2023 erneut viel über dieses Thema und die damit verbundenen Ambivalenzen der Sichtbarkeit (Schaffer 2008) nachgedacht. Anlass für diese erneute Auseinandersetzung war die Konferenz „Sichtbar machen – werden – sein: in queer_feministischer Perspektive von Kunst und Design (Juni 2023), die an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel stattfand. Ich möchte daher einige einführende Gedanken aus unserer Auseinandersetzung mit der Bejahung der Sichtbarkeit teilen und insbesondere die damit einhergehenden Ambivalenzen der Sichtbarkeit hervorheben. Dies dient als Grundlage für die Einführung der vorliegenden Sonderausgabe mit dem Titel „Queering Minoritarian In_Visibilities in Art & Visual Culture Renegotiated” und gleichzeitig als Einladung, die verschiedenen Beiträge dieser Ausgabe miteinander zu verknüpfen.
Zunächst haben Thari Jungen und ich uns gefragt, warum das Paradigma der Sichtbarkeit nicht nur eine Dichotomie zwischen unsichtbarer Machtlosigkeit und mächtiger Sichtbarkeit eröffnet, sondern auch die Ambivalenzen der dominanten, marginalisierenden Logik der Repräsentation reproduzieren kann. Zweitens haben wir uns gefragt, was genau das Politische an Sichtbarkeit ist, wenn die Produktion von Sichtbarkeit als politischer Akt wirksam werden soll. Und schließlich: Welche Komplizen braucht es, damit Sichtbarkeit politisch wird? (Jungen; Nastold 2025).
Schlagworte
Kunst, Sichtbarkeit, Queer Studies, Kultur